Interviews
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| Interview Incubite 19.05.2009 |
Alex (Optix Noir) hat für Euch Neil von Incubite etwas ausgequetscht, um Euch diesen Newcommer etwas näher zu bringen. Also viel Spass beim stöbern!
Ruhrschall: Wie bist Du eigentlich auf den Namen Incubite gekommen? Und welche Bedeutung hat dieser Name für Dich? Neil: Incubite leitet sich von Incubate ab. Jeder, der im Biologieunterricht aufgepasst hat, weiß, was eine Inkubationszeit ist. Da mein Sound recht „bissig“ ist, ist Incubite doch ein schöner Name, oder nicht? Ruhrschall: Wie bist du Eigentlich dazu gekommen Musik zu Machen? Neil: Bestimmt wie viele andere meines Schlages. Ich hab recht früh damit angefangen - ich wurde musikalisch erzogen - spiele seit meinem 5. Lebensjahr Piano und Mandoline. Die elektronische Musik habe ich für mich entdeckt, als ich das erste Mal mit einem alten Casiokeyboard experimentiert habe. So hat sich das entwickelt - mit 14,15 habe ich am Synthie eigene Sounds geschraubt, und zum Industrial/Noise kam ich vom Trance aus. Komischer Übergang, ich weiß. ;-) Ruhrschall: Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben? Und wie hat sie sich im laufe der Zeit verändert? Neil: Ernsthaft angefangen im Bereich des Aggrotech/Industrial habe ich 2005 mit meiner Combo DOCTRINE. Ich muss zugeben, dass INCUBITE für mich erst eine Art Ausgleich war - was nicht in die Corporate ID von DOCTRINE gepasst hat, wurde gnadenlos mit INCUBITE verbraten. Mittlerweile habe ich mich der Vocalmusik soweit entfremdet, dass alle Energie in INCUBITE fließt. INCUBITE bezeichne ist schlichtweg als Powernoise/Industrial - ist, denke ich, für meine Zielgruppe am einfachsten zu verstehen. Ruhrschall: Musik wird zu gern in Schubladen unterteilt. In welche würdest du dich stecken? Neil: Am liebsten in die größte Schublade von allen - Industrial. Leider ist Industrial was ganz anderes, als die meisten denken. Aber ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, dass man sich so präsentiert, wie man „geliebt“ werden möchte. Die Leute wollen „Industrial“, die Leute wollen Krach - ich denke, mit INCUBITE sind sie da ganz gut bedient. Und ich auch. ;-) Ruhrschall: Gibt es da vielleicht auch einen Besonderen Ort der Inspiration für dich? Neil: Sogar mehrere (Lacht). Mir fallen die besten Ideen ein, wenn ich für mich alleine bin. Und wo haben wir mehr Zeit und Privatsphäre als auf dem eigenen Klo? Nein wirklich, in solchen Situationen, wo ich nicht unter Druck (zumindest nicht seelisch) bin, da fallen mir die Clubhits ein. Ruhrschall: Wie sieht deine Studio Arbeit aus? Was steht zuerst? Die Musik oder der Text? Neil: Da ich keine Texte habe - die Musik. Ruhrschall: Gibt es auch musikalische Vorbilder für dich? Bzw. gibt es Musiker die deine Werke beeinflussen? Neil: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Nene is‘ alles von mir!! Gerade Interpreten wie NOISUF-X oder XOTOX, aber auch SCOOTER und SHOWTEK haben erheblichen Einfluss auf die Umsetzung meiner Ideen. Es ist wichtig, seinen eigenen Stil zu haben und zu präsentieren, es ist aber genauso wichtig, auf bestehenden Erfolg aufzubauen, um daraus etwas komplett Neues zu schaffen. Ruhrschall: Mit welcher Band würdest du denn gerne mal zusammenarbeiten? Neil: Ehrlich? Ich hätte mal Lust auf ein Feature mit Cascada. Ruhrschall: Wann ist deine CD zu erwarten? Wie und wo kann man sie erhalten? Neil: Die heimische Musikfabrik läuft auf Hochtouren. Ich sage jetzt mal ganz unverbindlich Ende August/Anfang September. Da ich zur Zeit mit diversen Labels verhandle - und eins da ganz besonders in meine Augen springt, kann ich so ganz konkret noch nichts dazu sagen. Ruhrschall: Was wird die erste Auskopplung sein? Neil: Auskopplungen wird es keine geben, allerdings hat so mancher DJ schon Material von mir im Koffer. Es kann also gut sein, dass viele INCUBITE-Songs in den gut besuchten Clubs laufen. Ruhrschall: Was muss für dich das geeignete Label mitbringen? Neil: Am besten einen wasserdichten Plattenvertrag. Über Konditionen, Tantiemen lässt sich streiten, wichtig ist aber die Promotion. Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Ich habe einiges an Labelerfahrung - man darf sich als Künstler nicht schleifen lassen. Mir ist auch wichtig, dass mein Label konstruktive, sinnvolle Kritik liefert. Niemand will Scheiße pressen. Ruhrschall: Wie wichtig sind für dich Compilation Beiträge bzw. gab es da schon Anfragen. Neil: Jein. Ich bin für Compilations immer offen - solange ich nichts dafür zahlen muss. Ich kann auch jungen Bands nur raten, die Finger von solchen Angeboten zu lassen. Mir wurde mehrfach angeboten, meine Tracks in namhaften Szenemagazinen promoten zu lassen - aber ich denke, für das Geld, was man als Künstler zusätzlich der Rechte abdrückt, kann man gleich eine Promo-Agentur beauftragen. Nicht jeder kauft eine Compilation und die meisten, die eine daheim liegen haben, skippen die CD durch und sie landet in der Ecke. Hängen bleibt da nur wenig. Ruhrschall: Wie steht Ihr zu CD Releases als Download oder bleibt für Euch der Silberling das „Non Plus Ultra“? Neil: Ich bin offen für jede komfortable Art des Musikvertriebes. Es geht natürlich nichts über eine schöne CD, etwas in den Händen halten. Aber wenn die Fans die Musik schon downloaden, dann sollten sie wenigstens was dafür bezahlen. Ruhrschall: Wann dürfen wir dich denn Live erleben? Neil: Am 12.06.2009 bin ich der Goldenen Krone in Darmstadt live on stage, genauso wie am 11.07.2009 in Luzern, Schweiz. Ich würde mich genauso freuen, auch mal wieder im Ruhrgebiet zu spielen. Wenn sich was ergibt, sage ich gern Bescheid. ;-) Ruhrschall: Was dürfen wir denn bei einem Auftritt von Dir erwarten? Neil: Sein wir doch mal ehrlich. Wir alle kennen die Crowd in diesem Bereich der Musik. Sie tanzt .. aber das war‘s auch. Genau das will ich auf der Bühne ändern. Eine schwere Aufgabe - aber ab Sommer fahren wir unsere eigenen Lichtanlagen und Backgroundvideos mit. Pyrotechnik ist leider noch etwas zu hochgegriffen, aber auch im Gespräch. Wichtig ist, dass die Performance rüberkommt und das Publikum mitzieht. Und ich denke, da setze ich mit meiner Live-Crew einige Maßstäbe. Denn wir haben schon weit mehr zu bieten, als viele andere Künstler dieses Genres - das bleibt aber erstmal eine Überraschung. :-) Ruhrschall: Mit welcher Band würdet Du denn gerne zusammen Auftreten? Neil: Nun, mit x-Rx hatte ich schon die Ehre. Da fällt mir noch ganz klar ein: XOTOX. Ich hatte ein oder zweimal die Ehre, mit Andy D. mal was zu plaudern. Ich erlebe ihn als sehr angenehmen, kompetenten Musiker. Und seine Shows sind grandios. Ruhrschall: Wie steht es mit Solo- bzw. Nebenprojekten? Neil: DOCTRINE läuft baldig auch weiter - auch hier ist was Neues in der Mache. Aber wie heißt es so schön - It‘s done when it‘s done. Ruhrschall: Deine 3 persönlichen Lieblingsalben sind? Neil: Mike Oldfield - Tubular Bells 2 XOTOX - In den zehn Morgen Scooter - Mind The Gap Ruhrschall: Welche 3 Titel würdest du für das Special vorschlagen und warum? Neil: Muschitanz, Beat em up, Stoned or Stupid - weil sie einfach sehr verschieden sind und die Mehrfarbigkeit des Projektes am besten widerspiegeln. Das eine ist tanzbar, das eine macht richtig Krach, das andere ist vulgär. Und zack - haben wir die perfekte Mischung für unsere Zielgruppe. Ruhrschall: Wie wichtig ist für dich MySpace? Neil: Extrem wichtig. Man kann dort unglaublich nützliche Kontakte knüpfen und die Musik sehr schnell unter die Leute verbreiten. Ohne MySpace würde nichts so gut laufen, wie jetzt. Ruhrschall: Welchen Stellenwert haben für dich Charts (DAC/ Media Control usw.)? Neil: Media Control ... (lacht). Also davon sind wir doch alle noch meilenweit weg. Charts sind für den perönlichen Erfolg des Labels und des Musikers enorm wichtig - sie sind das Thermometer für den Wettbewerb der Musikindustrie. Für den Hörer, der allerdings die wichtigste Gruppe darstellt, völlig irrelevant. Ruhrschall: Was ist für persönlich dich immer eine Sünde wert? Neil: Kinderriegel. Ohne die ginge garnichts. Ruhrschall: Was ist das schönste daran Musiker zu sein? Neil: Zu wissen, dass man genau das, was einem durch den Kopf geht, leicht in die Realität umsetzen kann. Es ist besser als unsere gigantische Sprache - eine Kommunikation auf höchstem Niveau. Ruhrschall: Ihr kommt aus Wiesbaden, was magst Du an dieser Stadt/Land besonders? Neil: Die Architektur, die Infrastruktur - alles erste Sahne. Hier kann man vor Allem kulinarische Abenteuer erleben. Im Sommer ist es wie im Urlaub. Ruhrschall: Möchtest du noch ein Schlußwort an unsere Hörer/Leser richten? Neil: Ich bin froh über jede neue Idee, jedes Feedback. Keine Scheu, schreibt mir ruhig mal auf MySpace. Input ist enorm wichtig. Vor allem vom Publikum!
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