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Nach ihrer erfolgreichen Tournee mit Unheilig und ihrem gefeierten Debütalbum sind die goJA moon ROCKAH nun mit ihrem zweiten Werk zurück. DISCO DRACULA heißt die neue Scheibe, die mit humorvollen Indie-Hits, modernem Dancepop und laszivem Disco-Flair aufwartet. Mit viel Akribie, Witz und Poesie skizziert das Trio Szenarios zwischen Lust und Erbrechen, zwischen glitzernden Tanzflächen und düsteren Straßenecken. Provokant, aber stilvoll. Die frizzy-dizzy-upfucked-Beats der goJAs bringen Dinge zusammen, bei deren Fusion sich ganze Dimensionslöcher ins schöne Land Absurdistan auftun. Denn so reagiert die strapazierte Realität, wenn die drei Jungs aus drallen Chicks, Backstage-Bier und Pheromonen eine Scheibe synthetisieren, die schafft, was niemand versuchen möchte: Eine Komposition von essentiellen Gothic-Heiligtümern mit einem alles überstrahlenden Discofeeling. Nie wieder langweilige Patchoulie-Partys, wenn süffisante Streitgespräche zwischen Plateauboots, Nippelpiercing und Discokugel locken! Und dazu gibt es nun ein lustiges Interview zum Schmunzeln von McDeath mit Herrn JA.
Euer McDeath Ruhrschall: Wie seid Ihr eigentlich auf den Namen goJA moon ROCKAH gekommen? Und welche Bedeutung hat dieser Name für Euch? Herr JA: Der Bandname ist nicht mit einer festen Bedeutung verbunden. Er soll nur gut klingen. Aber wenn Du möchtest, ist hier die ultrageheime, einzig wahre Bedeutung: "Knarren für Penner, Messer für Männer". Ruhrschall: Wie seid Ihr eigentlich dazu gekommen Musik zu machen? Herr JA: Man kennt das ja, man steht vor ihrem Haus rum, spielt ihr zum 300sten Mal "In Your Eyes" von Peter Gabriel vor und wünscht sich insgeheim man könnte etwas Selbstgeschriebenes vortragen. Tja, alle goJA-Mitglieder waren schon mal in solch einer Situation. Und irgendwann trafen wir uns zufällig beim Schnapstrinken in der Werkskantine und beschlossen dabei eine Band zu gründen, die nichts auf Genregrenzen und Reichtum gibt. So ist es geschehen. So oder so ähnlich. Ruhrschall: Wie sieht denn das Lineup der Band eigentlich aus? Bzw. wie sind die Aufgaben verteilt? Herr JA: Da hätten wir Herr Moll am Süntezeiser, an den Saiteninstrumenten Herr Buh und Herr Schreck und am Hauptgesangsmikrofon Herr Ja. Ruhrschall: Wie würdet Ihr euer Musikstil beschreiben? Und wie hat sie sich im laufe der Zeit verändert? Herr JA: Zuerst experimentell, dann poppig, jetzt ultraböse ohne Augenzwinkern. Ruhrschall: Musik wird zu gern in Schubladen unterteilt. In welche würdet Ihr Euch stecken? Herr JA: Afro-Beat ist unsere Schublade. Wir hören nur noch schwarze Musik, das ist die Zukunft. Ruhrschall: Gibt es da vielleicht auch einen besonderen Ort der Inspiration für Euch? Herr JA: Den gab es mal. Eine Autostunde südlich von Wismar gibt es einen großen Wald. Da haben wir irgendwann eine Lichtung entdeckt, in deren Mitte eine wunderschöne, uralte Eiche stand. Wenn wir sie berührten, inspirierte uns das immer unheimlich. Aber irgendwann hatten wir die Schnauze voll davon, jedes mal bei Wind und Wetter raus in den Wald gehen und dann noch die alte Gammeleiche anfassen zu müssen, um uns inspirieren zu lassen. Deshalb haben wir das Scheißding zu Kleinholz verarbeitet und Möbel und kleine Talismane zum Umhängen für unterwegs daraus gemacht. So sind wir - egal ob zu Hause oder auf Tour - immer bestens inspiriert. Ruhrschall: Wie sieht Eure Studio Arbeit aus? Was steht zuerst? Die Musik oder der Text? Herr JA: Erst die Musik, dann der Text. Die Musik entwickelt sich manchmal aus einem einfachen Beat oder einem geklauten Marvin Gaye-Song, das ist ganz unterschiedlich. Ruhrschall: Welchen Stellenwert hat für Euch der PC als Musikinstrument? Herr JA: Der Computer hat einen hohen Stellenwert für uns, man kann bunte Klötzchen in Cubase umher schieben und 24/7 Pornos gucken. Ruhrschall: Gibt es auch musikalische Vorbilder für Euch? Bzw. gibt es Musiker die Eure Werke beeinflussen? Herr JA: Die Deflated Vampires sind unsere Helden und Vorbilder! Neben ihnen gibt es dann nur noch uns. Ruhrschall: Mit welcher Band würdet Ihr denn gerne mal zusammenarbeiten? Herr JA: Hm, Journey vielleicht? Ruhrschall: Wann ist Eure nächste CD zu erwarten? Wie und wo kann man sie erhalten? Herr JA: Aktuell gibt’s „Disco Dracula“. Die CD kann man auf unserer MySpace-Seite, bei Amazon oder auch im Fachgeschäft kaufen. Das dritte Album ist gerade in der Mache. Das Ding wird top easy. Ruhrschall: Was wird die erste Auskopplung sein? Herr JA: Die neue Single heißt „Jetzt kommt die Nacht“ und erscheint am 20. November in allen relevanten Download-Stores. Ruhrschall: Wie zufrieden ward Ihr mit der Resonanz auf Eure letzte CD? Herr JA: Geht so. Die Resonanz hätte größer sein können, da muss man ehrlich sein. Ruhrschall: Was werdet Ihr mit dem ganzen Geld, das Ihr mit dieser CD verdient anstellen? Herr JA: Wir werden unser Geld in neue Popelinmäntel und in eine Methode zur Erhöhung des Bartwuchses investieren. Bart muss sein, egal ob arm oder reich. Ruhrschall: Wie wichtig sind für Euch Compilation Beiträge bzw. gab es da schon Anfragen? Herr JA: Es gibt immer wieder Anfragen und wir sind auch auf einigen Compilations vertreten. Das Label kümmert sich um diese Sachen. Es ist immer gut, wenn ein paar mehr Leute durch die Samplersachen auf uns aufmerksam werden. Ruhrschall: Wie steht Ihr zu CD Releases als Download oder bleibt für Euch der Silberling das „Non Plus Ultra“? Herr JA: Menschen müssen ja erst immer alles anfassen bis sie tatsächlich daran glauben, dass es echt ist. So sind wir auch. Erst wenn wir unsere Platten angrabbeln und sie auf den Plattenteller legen, können wir’s glauben... so ungefähr: "Ah, guck mal - die Nadel liegt da drauf und dann kommt da die Musik raus." Für uns als Band wäre es natürlich einfacher und billiger reine Download Veröffentlichungen zu machen, nur zeigt die Erfahrung, dass viele Musikhörer dafür noch nicht bereit sind und lieber eine klassische CD in der Hand halten. Das ist okay. Wir persönlich hören nur Vinyl oder Kassette. Ruhrschall: Wann dürfen wir Euch denn Live erleben? Herr JA: Wir sind eigentlich immer unterwegs. Ende Oktober spielen wir in Bochum auf einer Bad-Taste-Party und in Rostock auf einer Halloween-Party, im November spielen wir ein paar Konzerte gemeinsam mit PSYCHE. Ruhrschall: Wird es zur neuen CD eine Tour geben? Herr JA: Das ist eine gute Frage! Die Antwort: Wir sind gerade dabei eine Tour für Anfang 2010 zu planen. Gar nicht so leicht wie man denkt... Ruhrschall: Was dürfen wir denn bei einem Auftritt von Euch erwarten? Herr JA: Eine bunte Schau, Gummiaffen vielleicht und unsere Lieder zu hören. Des Weiteren sind wir begnadet in der Darstellung betrunkener Typen, die aus Spaß und Leidenschaft auf der Bühne stehen um für alle den Max zu machen. Ruhrschall: Mit welcher Band würdet Ihr denn gerne zusammen Auftreten? Herr JA: Hm, Journey vielleicht? Ruhrschall: Wie steht es mit Euren Solo- bzw. Nebenprojekten? Herr JA: Ein bisschen Untergrund-Punkrock-Rock’n’Roll. Ruhrschall: Eure 3 persönlichen Lieblingsalben sind? Herr JA: Scooter "Wicked!", Kiss "Alive!" und die ultimative Hit-Collection von Matthias Reim. Ruhrschall: Welche 3 Titel würdet Ihr für ein Special vorschlagen und warum? " Herr JA: Ich lieb dich überhaupt nicht mehr" - Udo Lindenberg "Ti Amo" - Howard Carpendale "Careless Whisper“ - George Michael Ruhrschall: Wie wichtig ist für Euch MySpace? Herr JA: Enorm! Ruhrschall: Wie wichtig ist Euch die zusammenarbeit mit Fans bzw Community? Und was bedeutet dies für Euch? Herr JA: Wir lieben unsere Fans und würden gerne jeden zweiten Freitag im Monat mit ihnen richtig ordentlich saufen gehen, aber dafür haben wir leider nur selten Zeit. Aber ernsthaft, so abgedroschen es auch klingen mag, ohne Leute die uns mögen, hören und für unsere Musik und Konzerte bezahlen würden wir nur bei uns in der Dorfdisco für nen Eimer Wiener Würstchen spielen. Es ist tatsächlich den Fans zu verdanken, dass wir existieren (und myspace!) – so etwas darf man nicht unterschätzen! Ruhrschall: Welchen Stellenwert haben für euch Charts (DAC/ Media Control usw.)? Herr JA: Letztendlich alles nur eine Frage des Budgets für Werbung. Da wir keine Kohle haben, finden wir in diesen Chartlisten auch nicht statt. Ende mit Gelände. Ruhrschall: Was ist für persönlich euch immer eine Sünde wert? Herr JA: Kacke mampfen, Kacke mampfen, Kacke mampfen! Ruhrschall: Was ist das Schönste daran Musiker zu sein? Herr JA: Musik zu machen. Ruhrschall: Ihr kommt aus Wismar, was mögt Ihr an dieser Stadt besonders? Herr JA: Was wir an dieser Stadt mögen, sind die Erinnerungen, die mit unseren Erlebnissen in ihr verknüpft sind. Ruhrschall: Möchtet Ihr noch ein Schlusswort an unsere Leser richten? Herr JA: Danke fürs Lesen und Lachen. |